Mehr Autarkie für contergangeschädigte Menschen

. Bereich: Aktuelles von Paul Lehrieder

Leistungen für contergangeschädigte Menschen sollen gerechter verteilt werden

Der Deutsche Bundestag hat am heutigen Donnerstag das vierte Gesetz zur Änderung des Conterganstiftungsgesetzes beschlossen. Im Rahmen seiner Rede vor dem Plenum des Deutschen Bundestages erklärt der Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Paul Lehrieder: „Die Lebenssituation der contergangeschädigten Menschen ist durch die Auswirkungen ihrer Behinderung mit Folge- und Spätschäden geprägt. Die früheren sogenannten rund 2.700 „Contergan-Kinder“ sind mittlerweile alle Mitte-Ende 50 und haben immer mehr mit starken Verschleißerscheinungen ihres Körpers zu kämpfen. Die Betroffenen sind mit schweren Fehlbildungen auf die Welt gekommen, weil ihre Mütter in der Schwangerschaft das thalidomidhaltige Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan genommen haben. Viele Betroffene berichten, dass es gerade die alltäglichen Dinge, wie z.B. eine Küchenmaschine, ein Autoumbau, verstellbare Küchenarbeitsplatten oder der Ersatz von Schneiderkosten sind, die es ihnen ermöglichen, das tägliche Leben zu meistern oder zu erleichtern. Aus diesem Grund sieht das Gesetz vor, dass die Leistungen für spezifische Bedarfe anstelle von individuell bedarfsdeckenden Leistungen künftig ohne gesonderten Antrag pauschal gewährt werden. Somit ergibt sich ein jährlicher Sockelbetrag von 4.800 Euro. Aufwändige Einzelfallprüfungen durch die Conterganstiftung entfallen nunmehr und die Betroffenen können eigenständig entscheiden, wie sie die zur Verfügung gestellten Mittel einsetzen. Die übrigen Mittel werden in Abhängigkeit der Schwere der jeweiligen Schädigung ausbezahlt. Die diesbezüglich frei werdenden Mittel sollen für eine umfassendere Beratung der Betroffenen eingesetzt werden. Ich denke, dass die beschlossenen Regelungen es den 2.700 contergangeschädigten Menschen ermöglichen, so lange wie möglich autark zu bleiben und ihnen das alltägliche Leben zumindest etwas zu erleichtern.“

15.12.2016