„Die Akzeptanz behinderter Menschen allein reicht nicht“ Lehrieder kämpft für die gesellschaftliche Integration

. Bereich: Archiv Meldungen Paul Lehrieder 2011

 

Würzburg/ Berlin. Der Obmann im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages berichtet von den ersten Erfolgen des im Juni von der Bundesregierung verabschiedeten Nationalen Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Der Plan beinhaltet ein umfassendes Maßnahmenpaket, das das Leben von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen verbessern soll: „Damit gehen wir einen großen und entschiedenen Schritt voran auf unserem Weg in eine inklusive Gesellschaft und regen einen Prozess an, der in den kommenden zehn Jahren das Leben der rund 9,6 Millionen Menschen mit Behinderung in Deutschland maßgeblich verbessern wird.“ Lehrieder betont, wie wichtig es sei, sich in einen Behinderten hineinzuversetzen und die Welt mit dessen Augen zu sehen – dann werden auch Verbesserungspotentiale sichtbar.


Es wurden bereits viele Maßnahmen angestoßen und Veränderungen erreicht:

·       Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat mit der Deutschen Bahn AG vereinbart, die 50 km-Regelung für schwerbehinderte Menschen zum 01. September 2011 aufzuheben. Damit wird für schwerbehinderte bzw. schwerkriegsbeschädigte Reisende durchgängig eine bundesweite kostenfreie Nutzung der Nahverkehrszüge der DB Regio AG gewährleistet.

·       Die Kampagne „behindern ist heilbar“, die über zahlreiche Medien derzeit zu sehen ist, schafft gesamtgesellschaftliches Bewusstsein! Es werden beispielweise auf Postern ein Bank-Automat gezeigt, der in einer Höhe von 2,50 m angebracht ist – und damit für niemanden erreichbar. „Der erste Schritt muss zunächst einmal sein, Aufmerksamkeit zu erzeugen, Menschen für das Thema Behinderung und allem, was damit zusammenhängt, zu sensibilisieren“, betont der Bundestagsabgeordnete. Erste Berührungen mit dem Thema und umfassende Information schaffen die Basis, um Toleranz zu entwickeln und schließlich im nächsten Schritt eine inklusive Gesellschaft zu erreichen.

Lehrieder berichtet, dass laut der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) „Behinderung“ mit 25 Prozent der meistgenannte Diskriminierungsgrund sei. Dieser Zustand sei unhaltbar erklärt der Bundestagsabgeordnete: „Es reicht nicht, Menschen nur zu akzeptieren, sondern sie müssen auch eingebunden werden – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich – daran müssen wir alle zusammenarbeiten!“ betont Lehrieder.

Insbesondere müsse das Bewusstsein gestärkt werden, dass in 8,7 Millionen Menschen mit Behinderung, also mehr als 10% aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, ein gewaltiges Potential schlummert. Auch im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel müssen diese Potentiale genutzt werden, so der Arbeitsmarktpolitiker.

 

2.12.2011