Paul Lehrieder MdB: Familienpflegezeit Meilenstein zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf

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Bundestag hat Gesetz zur Einführung der Familienpflegezeit verabschiedet. Paul Lehrieder appelliert an Unternehmen in Würzburg Stadt und Land, sich zu beteiligen.

Berlin / Würzburg: Der Deutsche Bundestag hat am 20.10.2011 das Gesetz zur Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege (Familienpflegezeitgesetz) verabschiedet. Dazu erklärt der Würzburger CSU-Bundestagsabgeordnete Paul Lehrieder:  „Die Familienpflegezeit ist eine moderne Antwort auf die Herausforderungen des demographischen Wandels. Der Koalition ist es gelungen, ein zukunftsweisendes Modell zu entwickeln, von dem alle profitieren. Ein Modell, das nicht mit Milliardenkosten zu Lasten unserer Kinder geht. Das ist ein erster Meilenstein hin zu einer besseren Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Beruf.“

Die Familienpflegezeit sieht vor, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden reduzieren können, wenn sie einen Angehörigen pflegen. In dieser Pflegephase wird das reduzierte Gehalt um die Hälfte des Unterschiedsbetrags zum ursprünglichen Gehalt aufgestockt: Bei einer Reduzierung der Arbeitszeit auf 50 Prozent beispielsweise erhält der Arbeitnehmer also 75 Prozent seines „normalen“ Gehalts. In der Nachpflegephase muss der Pflegende seine Arbeitsstunden wieder aufstocken, erhält aber solange noch das niedrigere Gehalt, bis sein „Arbeitskonto“ wieder ausgeglichen ist.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer schließen dazu eine Vereinbarung zur Familienpflegezeit ab. Der Arbeitgeber beantragt dann eine Refinanzierung beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Nach der Pflegephase behält der Arbeitgeber einen Teil vom Lohn ein und zahlt diesen an das Bundesamt zurück.

Das Modell der Familienpflegezeit hat auch das Problem der Altersarmut im Blick. Gemeinsam mit den Leistungen der Pflegeversicherung halten pflegende Angehörige trotz Reduzierung der Arbeitszeit ihre Rentenansprüche etwa auf dem Niveau der Vollzeitbeschäftigung. Personen mit geringem Einkommen werden sogar besser dargestellt.

Bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes haben zahlreiche Unternehmen ihre Teilnahme an der Familienpflegezeit angekündigt, unter anderem die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, Airbus Deutschland, der Automobilzulieferer Continental, der Stahlerzeuger Georgsmarienhütte und der Pharmabetrieb Roche Diagnostics.

Dazu Paul Lehrieder, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Deutschen Bundestag: „Ich rufe alle Arbeitgeber in Würzburg Stadt und Land auf: Nutzen Sie die Familienpflegezeit! Auch aus ganz eigenem wirtschaftlichen Interesse: Es ist kostengünstiger, die Familienpflegezeit anzubieten, als erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter gehen lassen zu müssen.“

Der Bedarf einer besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist in Deutschland hoch: Von den 2,38 Millionen Menschen in Deutschland, die Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen, werden mehr als 1,6 Millionen Menschen zu Hause versorgt – durch Angehörige und ambulante Dienste. 76 Prozent der Berufstätigen möchten ihre Angehörigen so weit wie möglich selbst betreuen. Diesem Wunsch entspricht die Familienpflegezeit.

 

27. Oktober 2011